Über unsere Schule

Warum eine Schule für das, was ich „Physical & Cognitive Practices“ nenne?

„Physical & Cognitives Practices“ steht für die praktische Seite unserer Philosophie des Übens.

Warum Üben wir? Weil in diesem Üben tiefe Erkenntnis steckt. Über uns. Über die Welt. Und über uns in der Welt.

Was wir Üben ist ein breit gefächertes Konglomerat aus Themen, welche in ihrer Gesamtheit einen umfassenden Erkenntnisgewinn erzielen sollen. Erkenntnisgewinnung soll sich in größerer Autonomie niederschlagen. In seinem Aufsatz „Was ist die Aufklärung?“ beschreibt Kant sehr treffend, worum es auch in den „Physical & Cognitive Practices“ geht.

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“

Heutzutage werden die Maschinen zunehmend Autonomer, die Menschen aber zunehmend weniger autonom und immer abhängiger. Was uns fehlt, sind Fertigkeiten und Verstand. Was wir zu viel haben, ist Konsum. Nicht nur von Gütern, sondern auch von Wissen und Antworten. Wir sind in eine Kultur des „Nicht-Selbst-Machens-Sondern-Nur-Auf-YouTube-Nachlesens“-verfallen.

Wir befinden uns in einer kulturell erzeugten Diskrepanz von Körper oder Geist. Der Mensch verkopft. Mehr und mehr Menschen können mit einem Hammer keinen Nagel mehr treffen. Das Beste, was vielen zu Körper und Geist einzufallen scheint, ist irgendwelche Werte zu tracken oder in Positionen auf einer Yoga-Matte zu verweilen.

Ein umfassendes körperliches und geistiges Trainingsprogramm ist überfällig.
Und genau hier setzt unsere Schule an. Dort wo der normale gesellschaftliche Alltag aufhört. Der „Ernst des Lebens“ besteht zu häufig aus dem Wechsel zwischen Lohnarbeit und Konsum.

Wir erzeugen den Gegenpol. Einen Ort der Langsamkeit, des Übens und Daseins. Wir setzen uns umfassend mit unserer physischen Existenz auseinander. Wie können wir uns bewegen? Wie gesund bleiben? Wie uns Entwickeln und Fertigkeiten lernen? Tanzen, Klettern, Kämpfen, Herstellen? Und wir entwickeln unsere geistige Existenz. Unsere Wahrnehmung, unseren Fokus, unsere Logik, unsere Empathie, wir schauen in den menschlichen Geist, was geht dort vonstatten? Und wir kontemplieren und reflektieren die Philosophie: Wer sind wir? Was ist mein Platz in der Gesellschaft? Was ist zu tun?

Unsere Schule ist ein Ort, der schwer in Worte zu fassen ist. Ein Ort, an dem die Dinge zusammenkommen und nicht separiert werden. Ein Ort, in dem wir die menschliche Existenz als ganzes anschauen.

Joseph Bartz
2018